Volkswagen Magazin

Touareg

Die Berge rufen!

Hunderte Kilometer rauer Pisten, gewaltige Panoramen: Kirgisistan im östlichen Zentralasien ist ideal für eine Volkswagen Driving Experience. Die Touareg meisterten den Weg über Stock und Stein – und brachten die Fahrer an Orte, die Touristen nur selten sehen. Ein Expeditionsbericht.

Text Nikolai Uschanov
Fotos Andrey Gordasevich

PROBE FÜR DIE NERVEN.

In der Fremde klingt die eigene Muttersprache aus den Mündern der Einheimischen wie Musik. Wohltuend ist es, im Hotel in Bischkek – der Hauptstadt Kirgisistans – mit einem „Gute Fahrt“ verabschiedet zu werden. Und als dann auch noch vor der Hoteltür vorgewärmte Volkswagen Touareg darauf warten, dass es endlich losgeht, ist dies ein Glücksmoment für jeden Abenteurer! Was aber in diesem Augenblick den Fahrern und Beifahrern der Volkswagen Driving Experience noch nicht klar ist: Dieser Moment wird für eine Stunde der letzte zum Zurücklehnen sein. Was jetzt kommt, ist eine harte Probe für die Nerven ...

Ein Brei aus Streusalz und Schnee matscht unter den Reifen.

Mitten in Asien: Kirgisistan

Name und Staatsform Kirgisische Republik (Kirgisistan), parlamentarisch-präsidentielle Demokratie.

Das Land 94 % der Landesfläche sind gebirgig, der größte See in Kirgisistan ist der Yssykköl. Er ist der zweitgrößte Gebirgssee der Erde (1.607 m ü. d. M.).

Die Lage Kirgisistan ist ein Binnenstaat in Zentralasien, der an Kasachstan, Usbekistan und Tadschikistan und China grenzt

Die Bevölkerung Circa 5,7 Millionen Einwohner, davon rund 1 Million in der Hauptstadt Bischkek.

Noch ist es dunkel draußen, Winterzeit, der Tag hat nur von der Uhrzeit schon begonnen. Kurz: Es ist irrsinnig früh. Das Ziel der Driving Experience, der sagenumwobene Yssykköl-See, ist zwar „nur“ 240 Kilometer entfernt – doch die ersten Kilometer durch das geschäftige asiatische Bischkek haben es in sich. Selbst für Fahrer, die im berüchtigten Moskauer Straßenverkehr erprobt sind: Hier wird munter überholt und geschnitten, alte Lada drängen sich schier todesmutig in die Kolonne aus zehn Touareg, fröhlich wird aufgeblendet und Gelb-Rot als Grün interpretiert – während unter den Rädern unappetitlich ein Brei aus Streusalz und Schnee matscht.

Weit über eine Stunde später aber kommt dann der Lohn für die Mühen: freie Fahrt und freie Sicht! Die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne, die über die kolossalen schneebedeckten Gipfel in der Ferne gleiten, reflektieren im Lack der Touareg. Die Welt, sie scheint genau hier ihre Harmonie zu finden.

Auch ein grauer Touareg kann auffallen – es kommt nur auf die Umgebung an! Kirgisistan ist geprägt von karger Flora, tollen Wegen und faszinierenden (auch farblich) perfekt an die Landschaft angepassten Kamelen.

ABENTEUER ABSEITS AUSGEFAHRENER PFAD.

Autotester sagen: „Die Landschaft bestimmt den Charakter eines Fahrzeugtests“, und Kirgisistan bietet Vielfalt und gleichzeitig straßentechnische Herausforderungen für Material und Fahrer. Weite Ebenen mit steinigen Pisten führen ins unwegsame Hochgebirge; unterschiedlichste Geländearten und Straßenbeläge.

Die erste Etappe der Fahrt führt von der Hauptstadt bis nach Balyktschy, eine Siedlung am zweithöchsten Gebirgssee der Welt. Noch muss das Touareg Fahrwerk keine harte Arbeit leisten, eine vierspurige Schnellstraße führt durch das flache Land Richtung Nordosten, am kasachischen Grenzkontrollstreifen entlang. Erst einige Kilometer später schlängelt sich die Straße in die Berge, die sagenumwobene Boom-Schlucht hinauf. Der Legende nach haust in dieser Schlucht der böse Geist Bo, der noch im 19. Jahrhundert versucht haben soll, eine Expedition des russischen Kleinasienforschers
Semjonow-Tjan-Schanski (1827–1914) zu stoppen. Mit allen Mitteln!

Viel Staub um Nichts: Ruine am Wegesrand in Kirgisistan.

Der Legende nach leben Drachen im Yssykköl-See. Als wir vorbeikommen, sind sie wohl gerade ausgeflogen.

Mitten im Bergland Kirgisistans trifft Tradition auf Moderne: Reiter mit einer Pferdestärke, vier Touareg mit jeweils 193 kW.

Bo schickte der Expedition orkanartige Stürme, beschoss sie mit Hagel-, Schnee- und Regensalven, hetzte Wölfe auf die Menschen und brach ihren Pferden die Beine. Doch der böse Geist scheint heute, im Jahr 2016, mit der Zeit zu gehen. Da weder Schnee noch Hagel die Touareg Kolonne stoppen können, hat Bo die Zügel seinen Vasallen übergeben: den Verkehrspolizisten. Und die ahnden auch Geschwindigkeitsüberschreitungen von zwei Stundenkilometern ... Doch natürlich ist selbst dadurch die Abenteuerfahrt nicht aufzuhalten!

DRACHENSUCHE IM SEE.

Vorfreude ist gewöhnlich ja die schönste Freude – und bei Reisenden ist diese üblicherweise genährt von Postkartenmotiven, Reiseführern und Büchern. Im 7. Jahrhundert schrieb der chinesische Reisende Xuanzang über den Yssykköl-See: „Auf vier Seiten ist er von Bergen umgeben, und die meisten Flüsse sammeln sich in ihm. Sein Wasser hat eine grünlich-schwarze Farbe, und sein Geschmack ist salzig und bitter zugleich. Mal ist er ruhig, mal tosen in ihm die Wellen. Drachen und Fische hausen in ihm gemeinsam.“

Nun, seit jener Zeit hat sich zumindest an den meisten Parametern wenig geändert – auch heute noch misst der See 200 Kilometer in der Länge und 60 Kilometer in der Breite, und am Geschmack des Wassers ... Moment ... nein, da hat sich auch nichts geändert. Nur über Drachen gibt es nichts mehr zu berichten. Obwohl: Auf der ehemaligen sowjetischen Militärbasis in Karakol, einer Stadt am Ostufer des Sees, wurden früher Torpedos getestet. Die tristen Gebäude aus der Sowjetzeit prägen leider auch heute die Uferzonen des Sees.

Der Allradantrieb 4MOTION des Touareg verteilt die gesamte Kraft so gut wie möglich zwischen Vorder- und Hinterachse sowie den Rädern jeder Achse.

Volkswagen Touareg

Expeditionsfahrzeug Der Touareg erweist sich als wahrer Gipfelstürmer. Wo andere aufgeben, gibt er alles. In Kirgisistan startete die Volkswagen Driving Experience mit zehn Volkswagen Touareg V6 TDI 4XMOTION.

Ausstattung Allradantrieb, Untersetzungsgetriebe und elektronisches Sperrdifferenzial.

Zusatzoption: Motorschutz (sollte bei keiner Geländeausfahrt fehlen).

Motor 3-Liter-Dieselmotor mit 193 kW (262 PS) Leistung; Drehmoment: 580 Nm.

PRACHT DER NATUR.

Die Expedition führt erst am Ufer entlang und dann in die Berge, die den See von vier Seiten umgeben. Sie sind es, die dem Yssykköl-See seine Schönheit verleihen und derentwegen es sich lohnt, diese Pracht wenigstens einmal im Leben gesehen zu haben. Die kolossalen schneebedeckten Bergkämme, die in der grellen Sonne leuchten, wirken bei schönem Wetter wie versteinerte Rippen des Planeten. Majestätisch. Zwischen sich haben sie die grünlich-trüben Wassermassen des Bergsees in ihre Mitte genommen.

Wie versteinerte Rippen des Planeten wirken die Bergkämme.

Der weitere Weg führt durch tiefe, ausgewaschene Canyonstraßen, die die Luftfederung der Touareg vor strenge Bewährungsproben stellen. Der Staub, den die Autos aufwirbeln, hängt noch lange wie ein Schleier in der Luft. Und bei jedem Blick, den man aus dem Fenster wirft, realisiert man: Genau hier und jetzt erlebt man den Zauber, um den es bei dieser Driving Experience geht.

TEMPERATUR-STURZ AUF MINUS 20 GRAD.

Jetzt geht es steil bergauf. Keine halbe Stunde, nachdem sich der Touareg mit Schlupf aus einem trockenen Canyon befreite, sinkt die Lufttemperatur von plus 4 Grad auf minus 20 Grad Celsius. Draußen: kein Staub mehr, sondern meterhohe Schneewehen. Das Blitzen der vom Schnee reflektierten Sonne schmerzt in den Augen – doch die Volkswagen fahren immer weiter bergauf. Abwechselnd geht es links und rechts gefühlt kilometertiefe Abgründe hinunter. Die Gipfel der umliegenden Berge scheinen den gesamten Himmel zu verdecken.

Auch auf schlechten Straßen und bei Wetterlagen, an denen man andere Autos besser in der Garage lässt, ist man im Touareg unterwegs.

Bei minus 22 Grad Celsius und auf einer Passhöhe von 4.200 Metern über dem Meeresspiegel reichen zwei schnelle Schritte vom Fahrzeug weg, um leicht in Atemnot zu geraten. Ist das schon die Höhenkrankheit? Zum Glück geht es ab hier wieder bergab – und anstatt um Atem ringt man dabei mit seinem Mut! Der Weg führt über eine in den Berg geschnittene, schmale Straße. Vorsichtig, Zentimeter um Zentimeter, tasten sich die Fahrer im Touareg Richtung Tal. Die Räder suchen und finden Halt auf der Eisdecke. Und dann schlägt auch noch von einem Moment auf den anderen das Wetter um. Die Sonne wird von einer dichten, schwarzen Wolke verdeckt, es schneit ...

Bis zum späten Abend hält die Anspannung – um dann, nach der Ankunft im Tal, sich in ein Gefühl von großem Glück und Begeisterung zu wandeln.

FEUER DER ZIVILISATION.

Für Stadtmenschen ist es nachts in den Bergen, fernab des Feuers in den Tälern der Zivilisation, schnell beängstigend. Die Stille fühlt sich an, als wäre man in Watte gepackt. Irgendwo ganz tief im Herzen fühlen die meisten Teilnehmer der Volkswagen Driving Experience auch ein kleines bisschen Angst. Angst, die sich im Respekt vor dieser massiven, ewigen und unerbittlichen Natur begründet.

Erst ringt man um Atem, dann mit sich und seinem Mut.

Kleine Pause: Kunstwerk am Wegesrand bei der Fahrt durch den Nordosten Kirgisistans.

Es ist erstaunlich, was ein einziger Sonnenstrahl mit der Seele des Menschen machen kann, schrieb Fjodor Dostojewski. Und tatsächlich, der große Klassiker hatte tausendmal recht: Kaum färbt die Morgensonne die nahen Gipfel rosa, lösen sich die Ängste der Nacht wie Nebel auf.

AUF VIER RÄDERN IN EINE NEUE LEBENSPHASE.

Jetzt kann man sich den Gedanken der Nacht philosophisch nähern – und die Angst und Befreiung wirken rückblickend wie der Eintritt in eine neue Lebensphase. Und wie pathetisch es auch klingen mag: all das dank der Möglichkeiten des Volkswagen Touareg. Ein Fahrzeug, das entwickelt wurde, um zwei Welten zu verbinden: komfortable Fortbewegung und Abenteuer. Deshalb beschränkt er den Fahrer nicht, sondern gibt ihm ein Mehr an Möglichkeiten.

Der Volkswagen Touareg in Zahlen

Motorisierung: V6 TDI SCR 4MOTION
Hubraum (Liter/cm3): 3,0/2.967
Leistung: 193 kW (262 PS) 
Getriebe: 8-Gang-Automatikgetriebe
Verbrauch (kombiniert): 6,6 l/100 km
CO₂-Emission in g/km: 174
Beschleunigung (von 0 auf 100):
7,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
Leergewicht: 2.185 Kilogramm
Abmessung:
Länge: 4.801 mm
Breite: 1.965 mm (2.208 mit Spiegeln)
Höhe: 1.747 mm
Kofferraum: 697–1.642 Liter
Weitere Motorisierungen**:
V6 TDI SCR 4MOTION (150 kW/204 PS) und V6 TDI SCR „Terrain Tech“ 4MOTION 193 kW (262 PS) V6 TDI
Auswahl serienmäßiger Highlights: Der Allradantrieb 4MOTION erlaubt eine bedarfsgerechte Kraftverteilung auf alle vier Räder. So ist auf nahezu allen Untergründen optimale Traktion und Vortrieb sichergestellt.

** Alle Motoren des Touareg haben BlueMotion Technology.