Volkswagen Magazin

1925

DIE ERFINDUNG DER KNAUTSCHZONE

Als Béla Barényi im Alter von 18 Jahren das erste Käfer-Konzept erdachte, machte er sich auch erstmals Gedanken über eine Knautschzone. Darunter versteht man jene Bereiche im Auto, die sich bei einer Kollision verformen und so Energie absorbieren. Für die damalige Zeit war es ein legendäres Konzept, das der vorherrschenden Meinung widersprach, eine Karosserie müsse so starr sein wie eine Ritterrüstung. Die Knautschzone findet sich heute in fast jedem Auto wieder und rettet täglich Menschenleben.

1938

ERSTER BOXERMOTOR IM KÄFER

Das erste Auto, in dem der Boxermotor eingesetzt wurde, war der Käfer – ein Experiment, das zunächst zu viel Ruß und Lärm verursachte. Trotzdem ebnete Volkswagen damit den Weg zu kraftvolleren Antrieben. Vorteil des Boxermotors sind – gegenüber dem Reihenmotor – die einander gegenüberliegenden um 180 Grad versetzten Zylinder, welche die Massekräfte besser ausgleichen und mehr Leistung bringen.

1950

DIE GEBURT DES MODERNEN KUNDENSERVICE

Die Kombination aus Massenfertigung und Aufbau eines allumspannenden Netzes sorgfältigster Kundenbetreuung war für Volkswagen Trumpf auf dem internationalen Markt. Die Unternehmensleitung ahnte, dass der Käfer umso erfolgreicher werden würde, wenn das Service- und Vertriebsnetz funktionierte. Hinter jedem Wagen stand in allen Exportländern bald ein dichtes Netz mit Ersatzteilen, Spezialwerkzeugen und sorgfältig geschultem Personal. So wurde der Käfer international zum Kassenschlager.

1960

DIE „THINK SMALL“-REVOLUTION

Die Anzeigenserie rund um die „Lemon“-Werbung bescherte dem Käfer ungeahnte Absatzerfolge in den USA und gilt heute als epochal. Für die kleine New Yorker Agentur Doyle Dane Bernbach (kurz DDB) begann mit „Lemon“ der Aufstieg zu einer der weltweit führenden Kreativagenturen.

1967

DER BUS FÜR DIE HIPPIES

Natürlich war auch schon der T1 Kult. Aber als sein Nachfolger 1967 in Hannover vom Band rollte, wurde schnell klar, dass hier DAS Mobil der Hippie-Generation geboren war. Der T2 verfügt über noch mehr Komfort und bietet Großfamilien, Freunden oder Reisegruppen ausreichend Platz. So wurde der Bulli zum Liebling der langhaarigen Blumenkinder, die in bunten Gewändern gemeinsam an den Strand oder zu Festivals fuhren – aus ökologischen Gründen, weil es günstiger war und mehr Spaß machte. Natürlich dröhnten damals aus den Fenstern Songs von The Doors, Bob Dylan, Jimi Hendrix oder Janis Joplin. In dieser Zeit wurden auch ungewöhnlich viele T1 und T2 in Farben der Flower-Power-Generation farbig lackiert.

1973

EIN QUANTENSPRUNG FÜR DIE WEITERENTWICKLUNG

Volkswagen entwickelte standardisierte Lehrmodelle für errichtete Ausbildungszentren und Werkstätten in Wolfsburg, Brasilien und Mexiko. Vom Berufsanfänger bis zum Manager werden damit Weiterbildungsmaßnahmen angeboten, die weltweit Vorbild für Personalführung in großen Konzernen sind. Volkswagen sichert sich bis heute damit gute Mitarbeiter und höchste Produktqualität.

1974

DER SIEGESZUG DER ECKEN UND KANTEN

Er war der erste Nachfolger des Käfers und in seiner Form für damalige Verhältnisse revolutionär. Sein Schöpfer Giorgio Giugiaro schuf mit dem unglaublich eckigen Design ein Auto, das bis heute harmonisch und massenkompatibel ist. Der Golf trifft den Geschmack unterschiedlichster Menschen – vom Chef bis zum Hippie.

1978

DIE GEBURT DER CRASH-TEST-DUMMIES

Mit steigendem Verkehrsaufkommen rückten Aspekte der Fahrzeugsicherheit in den 70er-Jahren in den Mittelpunkt. Mithilfe von Dummies simulierten Volkswagen Konstrukteure bei Crashtests erstmals die Auswirkungen von Unfallsituationen auf den menschlichen Körper. So gelangten sie zu überlebenswichtigen Rückschlüssen bei der Optimierung automobiler Sicherheitssysteme.

1980

ARVW STELLT DEN GESCHWINDIGKEITSREKORD AUF

Mit dem Versuchsauto ARVW stellte Volkswagen 1980 in Süditalien einen Weltrekord für die schnellste je gemessene Geschwindigkeit auf. Dank seiner stromlinienförmigen Karosserie und seines 175 PS starken Motors erreichte er bereits vor 35 Jahren über 300 km/h. Der ARVW (Aerodynamic Research Volkswagen) zeigte somit sehr früh, was alles mit damaliger Dieseltechnik und bekannten aerodynamischen Erkenntnissen möglich war. Der ARVW erfüllt das ebenso angestrebte Ziel: mit möglichst wenig Sprit möglichst weit zu fahren. Ein Modell kann heute im Volkswagen Museum besichtigt werden, ein weiteres steht im Automuseum in Riga.

1981

ERFINDUNG DER ERSTEN ÖKO-FORMEL

Formel E stand in den 80er-Jahren für Öko-Technik, die Golf, Polo, Jetta oder Santana zu echten Sparmeistern machte. Die Formel E umfasste eine Reihe von verbrauchseinsparenden Maßnahmen. Unter anderem besaßen Volkswagen mit Formel E hochverdichtende Motoren, einen langen Gang und aerodynamische Verbesserungen durch zusätzliche Spoilerflächen an Front und Heck.

1997

ERSTER SCHLEUDERSCHUTZ
FÜR DIE KOMPAKTKLASSE

Volkswagen etablierte erstmals in einer Kompaktklasse (beim Golf) den Schleuderschutz. Dabei handelt es sich um das allradtaugliche Stabilitätsprogramm ESP, das durch Bremseingriffe des Systemrechners ein Über- oder Untersteuern des Autos in Extremsituationen verhindert. Dieser Schleuderschutz gilt heute, nach Gurt und Airbag, als das wichtigste Sicherheitssystem für Autos.

2002

DER GEÖLTE BLITZ VON NARDÒ

Schon 1997 hatte Volkswagen sein erstes Coupé mit Zwölf-Zylinder-Motor auf W-Basis präsentiert. Das Konzeptauto W12 Nardò war dann mit 441 kW (600 PS) und 621 Newtonmetern fünf Jahre später der vorläufige Höhepunkt in der Suche nach der leistungsstärksten Rennmaschine. Und im Februar 2002 brach es dann auch auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke im apulischen Nardò (Namensgleichheit: kein Zufall) gleich sechs Langstreckenrekorde (siehe Video). 24 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 323 Stundenkilometern: ein Jammer, dass der Nardò nie in Serie ging.

DAS SPARSAMSTE AUTO DER WELT

Anfang der Nullerjahre präsentierte Volkswagen mit dem 1-Liter-Auto das sparsamste Auto der Welt. Auf der Strecke Wolfsburg–Hamburg weist der 120 Kilometer pro Stunde schnelle Prototyp dabei einen Durchschnittsverbrauch von 0,89 Liter Diesel auf 100 Kilometer auf. 1,25 Meter breit und nur etwas mehr als ein Meter flach, besteht der unlackierte Technologieträger vollständig aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff. Er bietet Platz für zwei Personen und hat einen 6,5-Liter-Tank.

2012

EINE PLATTFORM FÜR ALLE

Der Golf VII ist der erste Volkswagen, der auf der MQB-Plattform basiert. Dieser modulare Querbaukasten erhöht die Variabilität bei verschiedenen Arten von Antrieben. Autos von Volkswagen haben dadurch künftig mehr Platz im Innenraum, eine verbesserte Sicherheit, ein geringeres Gewicht und verbrauchsgünstigere Motoren. Auch alternative Antriebe (Erdgas-, Hybrid- oder Elektroantriebe) können in identischer Lage im MQB eingebaut werden.

2014

VOLKSWAGEN WERDEN FAHRENDE COMPUTER

WLAN, 3G-Internet, Bluetooth, 12-Zoll-Display, NVIDIA-Prozessor – seit 2014 gibt die neue Generation von Volkswagen Vollgas beim Thema Connectivity. Tablets oder Smartphones vernetzten sich mit Polo, Passat oder Golf. So können Fahrer und Mitfahrer sich bequem mit diversen Infotainment-Systemen verbinden. Neuerdings können Sie im Auto Audiostreaming-Dienste oder Lieblingssongs hören oder die private Telefonliste abrufen. In Echtzeit erscheinen Navigationsinformationen auf dem Display, sodass Sie in fremden Umgebungen stets die beste Orientierung haben und gleichzeitig über Staus, die günstigsten Tankstellen und freie Parkplätze informiert werden.