Volkswagen Magazin

Es ist nicht so, dass meine Zwillingssöhne sich allzu ähnlich wären. Der eine, Jimi, ist eine gute halbe Stunde älter, liebt das Schwimmen und Saltospringen, ist eher zart besaitet und spielt sehr ungern allein. Der jüngere, Arturo, liebt das Rechnen und Fußballspielen, ist eher kämpferisch unterwegs und spielt mit Vorliebe zwei Stunden solo im Kinderzimmer, wenn man ihn lässt. Wenn’s drauf ankommt, sprechen die beiden aber seit jeher mit einer Stimme. Vor allem wenn’s um dringende Anschaffungen geht. „Papa, wir wollen ...“, heißt es dann. Seit ungefähr zwei Jahren endet der Satz stets mit „ein Hochbett“.

Keine Ahnung, warum das so ist. Was so ein Hochbett in Kindern auslöst. Vermutlich fasziniert sie der Burgcharakter, der luftige Rückzugsort, das Piratenversteck für Preziosen aller Arten. Überdies lieben sie das Klettern, Balancieren, Runterspringen, Sachen-Runterschmeißen. Ein Hochbett verspricht Action und Abenteuer. Jedenfalls, nach der etwa 37. Ansage „Papa, wir wollen ein Hochbett“ antwortete ich: „Warum eigentlich nicht?“

Ich hatte in meinem Leben kleinere Tischlerarbeiten schon häufiger selbst erledigt, allerdings stets eher einfache wie Tische oder Bettrahmen. In diesem Fall war mir klar: Wir bauen das Hochbett selbst – aber nicht allein. Will man ein Hochbett haben, das zugleich schön und sicher, funktional und haltbar ist, dann sind kompetente Beratung und praktische Hilfe die wichtigsten Gebote. Zum Glück kenne ich den besten Tischler im ganzen Wendland schon seit Jahrzehnten. Mit Christian Lappes Bruder hatte ich zusammen studiert, Christians Aufstieg zum Premium-Tischler und Vorzeigefachmann für individuelle Möbelanfertigungen seit den frühen 90er-Jahren bewundernd verfolgt.

Also rief ich ihn an, und zwei Wochen später fuhren wir eines leicht bewölkten Spätsommertages im neuen Sharan von Hamburg (ca. 1,8 Millionen Einwohner) aus nach Klein Grabenstedt (ca. 35 Einwohner).

GUT GEHOLFEN

Der neue Sharan wartet mit einer Vielzahl an Assistenzsystemen auf: Die Multikollisionsbremse bremst das Fahrzeug – im Rahmen der Grenzen des Systems – automatisch nach einer Kollision auf 10 km/h ab, falls der Fahrer selbst nicht eingreift. Mit Park Assist (optional) legen Sie beim Einparken den Rückwärtsgang ein – und Ihr Sharan lenkt in die Parklücke, derweil Sie nur Gaspedal, Kupplung und Bremse kontrollieren. Die automatische Distanzregelung ACC (optional) passt die Geschwindigkeit automatisch der des vorausfahrenden Fahrzeuges an und hält den (vom Fahrer vorgegebenen) Abstand ein.

Zwei Brüder, ein Gedanke: Jimi, 7, und Arturo, 7, freuen sich, dass nun endlich die „Aktion Hochbett“ beginnt.
Voller Konzentration: Tischler Christian Lappe zeigt Jimi (li.) und Arturo (re.), wie man eine Leiterstange schleift.

Die Tour hatte ich schon oft unternommen – über Elbe, Lüneburg und Uelzen bis tief ins entlegene Wendland. Keine deutsche Region (außer der Prignitz) ist dünner besiedelt als die uralte Wald-und-Wiesenlandschaft, die nordöstlich von den Elbtalauen, westlich von den Hügeln des Hohen Drawehn und südlich von der Altmark begrenzt wird. Der Tischlereihof liegt wenige Hundert Meter jenseits der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Bis 1989 war das Wendland „Zonenrandgebiet“. Noch heute zählt es zu den ruhigsten, schönsten und verwunschensten Flecken in ganz Deutschland.

Unsere Hinfahrt im neuen Sharan glich einer Bootspartie Richtung Wunderland. Das fast geräuschlose Gleiten des Fünftürers ergänzte sich vortrefflich mit dem ruhigen Wechsel der Szenerien – mal alte Fachwerk-Rundlinge, mal endloser Mischwald, mal Moor, mal Feld.

Christian und ich hatten vorab am Telefon die Maße des Kinderzimmers sowie die Vorlieben meiner Söhne ausgetauscht: gern Holz, gern Geländer, gern Regale fürs Spielzeug, gern Autodesign. Gemeinsam machten wir uns an die Konkretisierung. Schnell war klar: Christians Vorschlag einer frei schwebenden Konstruktion gefiel allen am besten. Die Betten werden demnach von drei massiven Wandbrettern getragen, an denen wiederum Querstreben in L-Form angebracht sind. Die Leiter fungiert als weiterer Stützpfeiler. Der große Vorteil daran: Die frei zugänglichen Flächen bieten reichlich Platz für Tische, Regale, Spielsachen. Die Betten wirken weniger massiv, bzw. das Raumgefühl bleibt trotz zweiter Betten luftig-geräumig. Und gut aus sieht es auch noch.

Achtung Kamera! Die Zwillinge beim Faxenmachen vor der „Rear View“-Camera.

„Papa, ich bin schon gaaaaanz gross!“

Wenige Minuten später sind in der Tischlerei Lappe die Skizzen ausgedruckt, die Lineale angelegt, die Motorsägen angelassen. Fasziniert beobachten meine Söhne das rege Treiben beim Zuschnitt der Bettbalken – bis Tischler Christian sie zu sich heranwinkt und sie anleitet, die runden Trittstangen der Leitern selbst glatt zu schleifen. Je feiner das Schleifpapier, umso größer Andacht und Befriedigung, die Jimi und Arturo bei der Arbeit ausstrahlen. „Papa, wir sind schon gaaaaanz groß!“, scheinen sie mir zuzurufen.

Zum Höhepunkt von Tag 1 der „Aktion Hochbett“ aber wird das kollektive Beladen des neuen Sharan. Alle helfen mit – und alle staunen, was so alles in den Family-Van passt.

BESTENS NAVIGIERT

Das Navigationssystem Discover Media (optional) mit hochauflösendem 16,5-cm-Farbdisplay ist dank Annäherungssensorik besonders bedienungsfreundlich. Der integrierte CD-Player spielt MP3-, AAC- und WMA-Formate. Ein digitaler USB-, ein analoger AUX-IN-Anschluss und zwei SD-Kartenslots sind vorhanden; per Bluetooth können Sie mit Ihrem Smartphone telefonieren. Neben der Routenplanung ist die „Point of Interest“-Funktion für Ziele wie Sehenswürdigkeiten oder Geschäfte ein bedienerfreundliches Highlight.

»Alle helfen mit – und alle staunen, was so alles in den Family-Van passt.«

Im Handumdrehen lassen sich Beifahrersitz und mittlerer Rücksitz umklappen – so passen die 2,50 Meter langen Massivholzbretter locker ins Auto, und reichlich (Sitz-)Platz für zwei siebenjährige Lausbuben bleibt auch noch.
Den nachmittäglichen Weg zurück in die Hansestadt überbrücken wir mit dem reichhaltigen Entertainment-Programm des Sharan mühelos. Am Abend ist Early Bird angesagt – am nächsten Morgen wartet echte Aufbau-Action auf uns, und schon der erste Tag war so aufregend wie anstrengend.

Der Sharan in Zahlen*.

* Bezogen auf das abgebildete Modell.

Motorisierung: 110 kW (150 PS) 2.0 TDI SCR BlueMotion Technology
Getriebe: 6-Gang
Verbrauch (kombiniert): 5,1 bis 5,0 l
CO₂-Emission in g/km:
132 bis 130 g/km
Beschleunigung (von 0 auf 100):
10,3 sek
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Leergewicht: 1.772 kg

Abmessung:
Länge: 4.854 mm
Breite: 2.081 mm
Höhe: 1.720 mm
Kofferraum: 2.430 l
Auswahl serienmäßiger Highlights (Highline): Leichtmetallräder; Multifunktions-Lederlenkrad; beheizbare Sport-Komfortsitze vorn; Beifahrersitzlehne komplett umklappbar; ParkPilot; Regensensor.

RAUMWUNDER

Egal, ob allein oder mit Familie – das flexible Raumkonzept mit praktischen Schiebetüren bietet bis zu sieben Einzelsitze und bis zu 2.430 Liter Laderaum. Alle Fondsitze verfügen über ISOFIX-Halteösen. Die dritte Reihe ist dank Easy Entry bequem zugänglich, und mit Easy Fold lässt sich der Laderaum spielend variieren. Für maximalen Komfort sorgt zudem die umklappbare Beifahrersitzlehne, die als Tisch verwendet werden kann.

„Guck mal Papa, das Bett hat ein Gesicht!“

Es ist schon verblüffend, wie schnell und schlafwandelnd sicher ein Fachmann zwei so anspruchsvolle Hochbett-Konzepte vor Ort in die Tat umsetzt – und wie viel Spaß es macht, wenn alle dabei Hand anlegen, Groß und Klein, Laie und Profi. Den Transport der Hölzer vom Sharan hinauf in den zweiten Stock unserer Hamburger Stadtwohnung erledigen wir gemeinsam. Hier gilt es vor allem, Arturo und Jimi davon abzuhalten, sich die größten Hölzer auf den Rücken zu laden, um dann leicht schwankend und schnappatmend die Treppen hinaufzugehen. Beziehungsweise zu rennen.
Beim Aufbau selbst übernimmt Christian das Kommando. Erst verbindet er die Stützen und die Querhölzer durch die Streben miteinander, dann heben wir zu viert das Bettgerüst und Christian verankert es mit sechs Monsterschrauben in der Wand. Zur Sicherheit lassen wir die beiden Hauptdarsteller höchstpersönlich testen, ob das Ganze auch stabil ist, indem wir sie gemeinsam an die Mittelstrebe hängen. Resultat: Da bewegt sich kein Jota. Sicherheitshalber hängen wir Erwachsenen uns auch noch kurz mit daran.

Jimi und Arturo helfen beim Ausladen des Sharan.

Der Tischlermeister

Seit mehr als zwei Jahrzehnten baut Tischlermeister Christian Lappe auf seinem denkmalgeschützten Hof unweit von Salzwedel (Altmark) individuelle Möbel und Bauelemente aus Massivholz. Mit seinem zehnköpfigen Team hat sich der gebürtige Wendländer auf Produkte spezialisiert, die zugleich stilistisch

wie ökologisch höchsten Ansprüchen genügen. Alle Produkte werden naturbelassen, schadstoffarm und langlebig hergestellt, es wird möglichst zertifiziertes, bevorzugt heimisches Holz verarbeitet. Die Tischlerei Lappe bedient Kunden bundesweit, vor allem im Raum Hamburg, Hannover und Berlin.

Zunächst baut der Tischler jedes Bett einzeln auf dem Boden zusammen, dann stämmen wir es gemeinsam hoch.

Nachdem wir den Lattenrost und die Regalbretter angebracht haben, ist der Tischlerteil getan. Was folgt, ist die große Verzierung. In mehreren Sessions haben Jimi, Arturo und ich im Vorfeld ausbaldowert, welches Autogewand am besten zu unserem Hochbett passt. Eigentlich sind die beiden ja Käfer-Fans, aber von den blau-weißen Front- und Seitenpartien des Klassiker „Bulli“ T1 lassen sie sich leicht überzeugen. Das Lenkrad aus Pappe streichen wir mit Wasserfarben schwarz an, und zum krönenden Abschluss befestigen wir die zuvor auf Hartpapier ausgedruckten Designs an Front und Seiten des Hochbetts, das jetzt ein T1-Bett ist. „Guck mal Papa, das Bett hat ein Gesicht!“, ruft Jimi in voller Schaffensfreude. Könnte sein, dass meine Söhne in dem Moment eine erste Ahnung bekommen, was „Autodesign“ bedeutet.

Tischlermeister Lappe bringt die Türen am Hochbett an.

»Eigentlich sind meine Söhne Käfer-Fans, aber vom T1-Design lassen sie sich leicht überzeugen.«

Die Lenkräder bemalen wir gemeinsam mit Wasser- farbe, bevor wir sie am Einstieg befestigen.
Zum Test hängen sich die Jungs gemeinsam an das Bett; zum Schluss kleben wir die Pappräder an.