Volkswagen Magazin

Passat

Ein Roadtrip für Feinschmecker.

Australien mal ganz anders: In den Adelaide Hills sieht es nicht nur aus wie in französischen Weinbergen, die Region bietet auch die höchste Dichte an Spitzenweinen auf dem Kontinent. TV-Koch Adam Liaw stellt uns seine Heimat vor – auf einer Cruise-Tour mit dem Passat.

Text Paul Rodger
Fotos Shane Reid

Burgund? Beaujolais? Bergerac? Champagne? Wer die sanften, saftgrünen Rebenhügel der Adelaide Hills zum ersten Mal sieht, dürfte wohl kaum auf die Idee kommen, in Südaustralien gelandet zu sein. Und doch zieht die Berglandschaft östlich der Küstenmetropole Adelaide mit ihren idyllischen Dörfern und reichhaltiger Flora und Fauna nicht nur zahlreiche Touristen an, sondern bietet auch geradezu ideale Bedingungen für Rebwachstum: gemäßigtes Klima, relativ kühle Nächte, relativ viel Sonne. Die gleichnamige Weinregion beherbergt zahlreiche Winzer von Weltruf.

Wer also wäre besser geeignet, uns diese international weithin unbekannte Schönheit nahezubringen, als einer, der die Kulinarik zu seinem Beruf gemacht hat? Adam Liaw ist Fernsehkoch. Und zwar nicht irgendeiner. Seit der heute 38-Jährige 2010 die zweite Staffel der TV-Show „MasterChef“ gewann, zählt er zu Australiens bekanntesten Fernsehgesichtern und ist eine Art „Jamie Oliver Down Under“.
Die Folge, in der Liaw die Staffel gewann, ist bis heute das Nicht-Sport-Ereignis mit der höchsten Zuschauerquote in der Geschichte des australischen Fernsehens.

Inzwischen moderiert Liaw seine eigene erfolgreiche Koch-Show „Destination Flavour“, ist Autor mehrerer Kochbücher und regelmäßiger Kolumnist für den australischen Onlineauftritt der Tageszeitung „The Guardian“; seine Facebook-Seite zählt mit mehr als 300.000 Followern zu den einflussreichsten auf dem sogenannten Fünften Kontinent.

Adelaide Hills

Die Bergkette östlich der 1,2-Millionen-Einwohner-Metropole Adelaide, im australischen Bundesstaat South Australia, ist eine beliebte Ausflugsgegend mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

Neben diversen Wildlife Parks zählen vor allem die historischen Orte Hahndorf und Lobethal zu den Attraktionen. Sie wurden im frühen 19. Jahrhundert gegründet und gelten als älteste deutschstämmige Siedlungen Australiens.

Der Weinbau in der Region genießt Weltruf. Die fruchtbaren Böden der steilen Hänge sorgen, zusammen mit dem moderaten Klima, für perfekte Wachstumsbedingungen für Rebsorten wie Chardonnay und Riesling, Shiraz und Merlot.

Ein fast normaler Wintertag in den Adelaide Hills – wo Adam als Kind und junger Erwachsener lebte und seine Leidenschaft für gutes Essen und Kochen entdeckte. Der Tagesplan lautete, mit dem Passat ein paar alte Freunde zu besuchen und dabei die Gegend kennenzulernen. Wenn nur das Wetter mitgespielt hätte. Eigentlich gilt die Region wie erwähnt als eher gemäßigt und trocken, doch darauf käme man im Leben nicht an einem Tag, der mit bedrohlichen Wolken und leichtem Nieselregen beginnt, bevor es immer schlimmer wird. Regentropfen spritzen gegen die Windschutzscheibe, als wir die Berge erreichen.

Auf seinem Weingut Jauma Wines erwartet uns James Erskine, ein alter Weggefährte von Adam, der einige der begehrtesten Weine im Bundesstaat South Australia erzeugt. Bei einer Probe Grenache aus einem der riesigen Kellerfässer betont James, wie stolz er sei, „lebende, natürliche Weine“ zu produzieren. Damit meint er, dass er ausschließlich natürliche Hefen und Bakterien verwendet und mit traditionellen Verfahren arbeitet, bei denen nichts dem Wein zugesetzt oder ihm entnommen wird.

»Guter Wein und gute Gastgeber gehen oft Hand in Hand.«

Adam und James lernten sich kennen, als sie beide Anfang 20 waren und für Freunde und Verwandte ausgefallene Festmahle veranstalteten, bei denen Adam die Gäste mit seinen Kochkünsten verblüffte und James perfekt abgestimmte Weine servierte. „Adam arbeitete damals als Anwalt, ich als Kellner“, erzählt James. „Er kochte schon damals liebend gern und war ein perfekter Gastgeber, also schlossen wir uns zusammen. Gutes Essen, guter Wein und gute Gastgebereigenschaften gehen ziemlich oft Hand in Hand.“

Es regnet noch immer, als wir uns von James verabschieden und den Passat Richtung Hahndorf lenken, zu einem kleinen Stück Deutschland, das in die Adelaide Hills transplantiert wurde. Hahndorf ist einer der Orte, an denen Adam seine Kindheit verbrachte.

In dem idyllischen Wein- und Obstbauerndorf, 1839 von schlesischen Einwanderern gegründet und Australiens älteste deutsche Siedlung, sind viele Fachwerkhäuser, Gassen und alte Traditionen noch erhalten. Auf der Hauptstraße laden deutsche Bäckereien und Krämerläden zum Besuch ein.

Am Steuer des Passat erzählt Adam, wie er mit den englischen Kochtraditionen seiner Mutter, der deutschen Umgebung und den chinesisch-malaysischen Einflüssen aus der Familie des Vaters aufwuchs, bevor er mit 24 nach Tokio ging und „einen ganz neuen Horizont“ kennenlernte. „Meine Zeit in Japan veränderte meine Art zu kochen von Grund auf.“ Adam Liaw gab seinen lukrativen Job als Medienanwalt auf und versuchte bei „MasterChef“ sein Glück.

Als wir Hahndorf verlassen, legen wir spontan einen Stopp am Straßenverkaufsstand der Apfelfarm „Glen Vimy Orchards“ ein, wo Adam unbedingt einen Beutel Äpfel kaufen will. Am Ende erstehen wir noch jede Menge mehr, Olivenöl, Kuchen und Saft. Standbesitzerin Kathy sagt sichtlich überwältigt, ihr Sohn, ebenfalls Koch, werde sicher neidisch, wenn sie ihm berichtet, dass Adam Liaw bei ihr vorbeigeschaut hat.

Wir sind unterwegs zur Beerenberg-Farm an der Mount Barker Road, wo wir Adams alte Freundin Sally treffen. Ihr Familienbetrieb stellt Marmeladen, Saucen und Würzmittel her, die zum Großteil von Touristen gekauft werden. „Die Farm existiert schon seit den 1830er-Jahren“, erzählt Sally. Ihre Eltern gründeten den Betrieb in den 1970ern. Von November bis April kann man hier auch Erdbeeren pflücken. Wir haben Glück, der Regen lässt etwas nach und wir tun uns auf einem Erdbeerfeld gütlich.

In den Hills entdeckte Adam seine Leidenschaft fürs Kochen.

Adam fährt als Familienwagen einen Tiguan, findet aber, dass ihm der Passat immer Spaß gemacht hat, wenn er einen gefahren ist. Es ist die schnörkellose Effektivität von Volkswagen, die ihm gefällt: „Ich bin von Natur aus kein überkandidelter Mensch. Ich möchte etwas, das hochwertig ist und funktioniert, da liegt diese Wahl auf der Hand.“

Zurück in den Adelaide Hills entscheiden wir, da es rasch dämmrig wird, dass wir gerade noch Zeit haben, um kurz die phänomenale Aussicht auf Adelaide vom Mount Lofty zu fotografieren, mit 727 Metern dem höchsten Punkt der Hügelkette. Doch tückischerweise schlägt das Wetter Minuten vor unserer Ankunft um.

»Die Hills sind eine Fundgrube an guten Produkten.«

Bei einer Sicht von rund 50 Metern können wir kaum das Fahrzeug vor uns, geschweige denn die viel gerühmte Aussicht sehen. Wir schießen ein paar Fotos von dem Passat inmitten der Finsternis, bevor wir klein beigeben und uns in die Wärme der Fahrzeugkabine flüchten. Bilanz des Tages: Die Adelaide Hills sind eine Fundgrube an guten Naturprodukten und guten Leuten, doch ihre weitere Erkundung muss auf einen anderen Tag warten.

Mehr Informationen zum Passat erhalten Sie hier: