Volkswagen Magazin

Paulo Borges zögerte keine Sekunde, als der Anruf von Volkswagen kam. Ob er einen Bulli der „Last Edition“ testen wolle, gerade vom Band gerollt: „Nächste Woche? Zwei Tage? Geht klar!“

Borges, 48, ist Bulli-Fan, seitdem er denken kann. Fahren lernte er mit neun. In einem Bulli, versteht sich. Heimlich, auf einer Seitenstraße, er kam gerade mit den Füßen an die Pedale. Heute ist er Mitglied im brasilianischen Bulli-Fanclub – und stolzer Besitzer von zurzeit 21 Modellen des Kleintransporters, untergestellt in verschiedenen Garagen. Der älteste ist Baujahr ’53, der luxuriöseste wurde für die Panamerikanischen Spiele in Rio de Janeiro 2007 eigens mit einer Klimaanlage ausgestattet. Mühevoll hat Borges sie zusammengesucht, seine „Kombis“, so nennen sie den Bulli in Brasilien. Die meisten stammen von Versteigerungen im brasilianischen Inland, wo Autos auch nach Jahrzehnten in gutem Zustand sind, weil sie nicht vom feucht-salzigen Meeresklima angegriffen werden, wie es etwa in Rio de Janeiro, Fortaleza oder Recife herrscht. Oder auf der Ilhabela, Brasiliens Paradiesinsel schlechthin.

Überraschung! Paulo zeigt seinem Sohn erst kurz vor der Abreise, mit welchem Auto sie zur Trauminsel düsen.

„Last Edition“

Zum Abschluss der 56 Jahre währen­den Produktion des T2 in Brasilien bringt Volkswagen die „Last Edition“ in limitierter Auflage von 1.200 Modellen heraus – jedes mit eigener Typplakette und im 60s-Design mit Zweifarblackierung, Weißwandreifen, Vinylpolstern und Stoffvorhängen. Der Preis: 85.000 Reais (26.300 Euro).

Größtes Zugeständnis an die Moderne ist beim letzten T2 das Soundsystem mit MP3-Option und USB-Anschluss. Die Technik ist – mit Ausnahme des 1,4-Liter-Total-Flex-Motors (78 PS) – seit 1967 weit­gehend unverändert, weshalb der „Bulli“ vielerorts ohne größere Umbauten nicht zulassungsfähig ist.

» Viele Sammler schaffen es nicht, die Kinder mit ihrer Begeisterung anzustecken. «

Paulo Borges freut sich, dass es ihm und seinem Sohn beim T2 anders ergeht.

Joaquín mag an der „Last Edition“ am liebsten die Seitenfenster und den Kofferraum, mit reichlich Platz für sein Bodyboard.
Eine Fähre verbindet die Ilhabela mit dem sechs Kilometer entfernten brasilianischen Festland.
Unterwegs auf der Insel, die als Strand-, Surf- und Tauchparadies bekannt ist, genießen Paulo und Joaquín frischen Kokosnusssaft.
Während der beiden Reisetage zeigt sich die ganze Vielfalt der Ilhabela. Die Insel hat 368 Wasserfälle. Und eine dichte, artenreiche Vegetation.

Kaum 15 Minuten dauert die Überfahrt mit der Fähre, dann rollt der Bulli die engen Straßen der Ilhabela entlang. Kokospalmen, helle Sandstrände, klares Wasser, in dem man beim Schwimmen auch ohne Taucherbrille die Fische am Meeresboden sieht. Nur einen Schönheitsfehler hat das Paradies: die Borrachudos, gemeine Stechbiester, die schmerzhafte Stiche verursachen. Weshalb Brasilianer sagen, wenn sie Ilhabela hören: „Wun-der-schön! Aber, nimm Mückenschutz mit!“


Als Vater und Sohn schwimmen und Fußball spielen, darf der Kombi mit auf den Sand. Die Sonne geht unter und färbt Strand und Palmen in ein unwirkliches Blaugrau. Borges macht das Standlicht an. Das vertraute, gutmütige Bulli-Gesicht mit den kugelrunden Augen erscheint nun umso klarer. Wenn der Blinker gesetzt wird, bekommen die Augen orange Wimpern.
Am nächsten Tag, auf der Fähre zurück zum Festland, fotografiert Vater Paulo alle Details: Sitze, Fußmatten, Vorhänge. Ja doch, er werde sich an sein Versprechen halten und keine „Last Edition“ kaufen. Aber eines sei sicher: Der T2 Baujahr 2008, den er gerade restauriere, werde innen genauso aussehen wie der letzte T2.

» Eine Dame, in die man sich immer wieder neu verlieben kann. «

Paulo Borges formuliert seine Faszination für den Bulli.

Und tschüss! Zum Abschied von der „Last Edition“ genießen Vater und Sohn die Sunset-Stimmung am Strand.