Volkswagen Magazin

»Menschen lieben es, mit einer Geste eine Reaktion auszulösen.«

Moritz Neugebauer, Entwicklungsingenieur

Großes Display

Größer, schärfer, bunter: Im Golf R Touch ist das hochauflösende, brillante Display ein echtes Highlight. Hier können Fahrer sich sämtliche Inhalte anzeigen lassen – von Einstellungen im Auto bis hin zu Navigation, Telefon und Songs Ihrer Musiksammlung. Der Clou dabei: Ein Annäherungssensor erkennt Gesten, die der Fahrer vor dem Display ausführt. So lässt sich über einen Wisch von rechts nach links zum Beispiel die Musikauswahl regeln. Das große Display ist mit 32,5 Zentimetern (12,8“) fast so groß wie ein iPad Pro, und ebenso individuell lässt sich seine Bedienoberfläche einrichten. Der Fahrer entscheidet, wie der Hintergrund aussieht, ob Musikplaylist oder Wetter angezeigt wird. Auf Wunsch lässt sich das eigene Auto mit all seinen Facetten anzeigen und per Geste bedienen.

Licht

Im Golf R Touch gibt es keinen klassischen Lichtschalter mehr. Stattdessen erkennen Annäherungssensoren die Gesten des Fahrers. Wischt die Hand vor dem Sensor (siehe runde Fläche im Bild) nach oben, geht das Licht an. Wischt sie nach unten, geht das Licht aus. Über die Berührung der Sensortaste erscheinen Einstellungen auf dem großen Display für das Feintuning.

Schiebedach

Auch der Knopf für das Schiebedach verschwindet. Durch eine Handbewegung nach hinten öffnet Entwicklungsingenieur Moritz Neugebauer es berührungslos. Durch ein Wischen in Richtung Frontscheibe schließt er es wieder. Was für die Einstellung von Fenstern oder Licht gilt, gilt auch für das Schiebedach. Durch eine kurze Berührung der Sensorfläche erscheinen auf dem Touchscreen weitere Möglichkeiten für das Feintuning.

Fenster

Ebenso einfach lässt sich via Geste das Fenster bedienen. Auch hier reicht das Antippen der runden, glänzenden Sensortaste und ein detailliertes Auswahlmenü (Expertenbedienung) erscheint auf dem großen Display.

Control Center

Im unteren Bereich der Mittelkonsole sitzt das Control Center, ein funktional gehaltenes 20 Zentimeter (8“) großes Display mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixel. Hierüber werden Fahrzeug-, Klima- und Mediathek-Funktionen gesteuert. Sowohl Touch- als auch Gestensteuerung ist möglich. Eine Kamera im Dachmodul erkennt die Bewegungen der Finger, sobald sie sich dem Display nähern.

Kamera

Im Dachmodul sitzt die intelligente Kamera, die sich aktiviert, sobald die Hand vor dem Display einen Moment verharrt. Sie kann ganz genau erkennen, welche Gesten der Fahrer vor dem Display ausführt.

Sitze

Schalter an Sitzen sind oft schwer zu finden, das kostet Aufmerksamkeit. Im Golf R Touch ist das Problem gelöst: Hinter glänzenden Flächen sitzen Sensoren, die die Hände erkennen, sobald sie sich dorthin bewegen. Nach Antippen der Fläche erscheinen auf dem großen Display verschiedene Sitzkonfigurationen, die der Fahrer auswählen kann.

Tasten

Fugenlos sind die Tasten auf dem Lenkrad im Golf R Touch. Sie vermitteln dem Fahrer ein neues, haptisches Feedback. Legt der Fahrer den Finger auf die Taste, klopft es – wie bei einem Mausklick – leicht dagegen.

Das Drei-Finger-Prinzip

Tschüss Drehregler, hallo Multitouch-Slider. Mit einer in schwarzem Klavierlack gehaltenen Leiste unterhalb des großen Displays wurde ein völlig neues und spielend leichtes Bedienelement erfunden. In der Leistenmitte ist eine feine Rinne eingeprägt, damit der Finger sicher entlang gleiten und bedienen kann.

1 Finger

Mittels Zeigefinger variiert der Fahrer die Audio-Lautstärke.

2 Finger

Hier wählt der Fahrer den perfekten Ton für die Navigation aus.

3 Finger

Legt der Fahrer drei Finger in den Multitouch-Slider, reguliert er damit die Telefon-Lautstärke.

»Einige Dinge sind per Geste viel leichter bedienbar als per Knopf.«

Entwicklungsingenieur Moritz Neugebauer kümmert sich um den Fahrerplatz der Zukunft. In seinem fünfköpfigen Team liegt der Fokus vornehmlich auf der Bedienlogik im Auto, sprich dem Zusammenspiel von Funktion, Schalter, Displays. Oberstes Ziel: dem Fahrer ein noch sichereres und sinnlicheres Fahrerlebnis zu bescheren.

Herr Neugebauer, im Golf R Touch lassen sich viele Funktionen nicht nur am Bildschirm, sondern auch per Gestensteuerung bedienen. Woher kommt der Trend zum Wischen?
Aus der Consumer-Electronics-Branche. Spielekonsolen haben es vorgemacht, mit Gesten zu steuern, seitdem ziehen andere Konsolen nach. Menschen lieben es, mit einer Geste oder einem Handzeichen eine Reaktion auszulösen. Wir haben diese Begeisterung übernommen und in den Golf R Touch transferiert. Mit einer einfachen Geste kann ich nun das Licht einstellen, den Spiegel verstellen oder das Schiebedach öffnen. Wesentliche Alltagsfunktionen lassen sich durch verschiedene Handbewegungen und Touchscreens bedienen.
 

Werden die Knöpfe aus den Autos der Zukunft verschwinden?
Nein, auf keinen Fall. Aber wir haben gemerkt, dass es ein Limit gibt, wie viele Knöpfe sich in einem Auto befinden sollten. Sie müssen leicht erreichbar und leicht bedienbar sein, ein Fahrzeug darf nicht zu einem Flugzeug-Cockpit werden, das würde zu sehr vom Verkehr ablenken.

Wozu dann die Geste?
Unsere Untersuchungen zeigen, dass einige Funktionen per Geste viel komfortabler bedienbar sind als per Knopf. Stellen Sie sich vor: Sie fahren auf der Landstraße und es wird ein Lied angespielt, welches Ihnen nicht gefällt. Heutzutage müssen Sie noch den Blick von der Straße abwenden und den richtigen Knopf dafür suchen. Mit der Gestensteuerung bleibt Ihr Blick auf der Straße und mit einem einfachen Wischen der Hand wird das nächste Lied angespielt. So einfach ist das.


Und was ist, wenn ich beispielsweise bestimmte Einstellungen von Licht oder Seitenspiegel feiner tunen möchte?
Dann tippe ich auf die runde, glänzende Sensorfläche und auf dem großen Mitteldisplay erscheinen die Funktionen. Dort lässt sich alles feiner einstellen.
 

Wann ist es sinnvoll, einen Knopf durch eine Geste zu ersetzen?
Gegenwärtig ist dies aus unserer Sicht nicht sinnvoll. Volkswagen wird hier seinen Kunden verschiedene Bedienmöglichkeiten wie zum Beispiel Knopf und Geste anbieten. Es kann ja auch immer sein, dass ein Fahrer körperlich nicht in der Lage ist, die Geste auszuführen. So was müssen wir berücksichtigen. Aber die meisten Menschen werden die Vorzüge der Gestensteuerung lieben lernen – davon bin ich überzeugt!