Volkswagen Magazin

Zwei Gesichter hat dieses Auto, erklären sie uns bei Volkswagen, bevor wir den Schlüssel für den neuen Polo GTI in die Hand gedrückt bekommen. Das eine Gesicht sehen wir auf den ersten Blick: ein sportlich-elegantes Auto, durchtrainiert, in unserem Fall Flash-Rot, trotzdem insgesamt eine angenehm zurückhaltende Erscheinung. Das zweite Gesicht … soll zum Vorschein kommen, erfahren wir, wenn wir eine Taste über dem Navigationsdisplay betätigen, auf der „Sport“ steht.
Alles klar, das Prinzip haben wir verstanden. Die Taste finden wir schnell.
Wie diese beiden GTI-Persönlichkeiten miteinander und wir mit ihnen auskommen, wollen wir einen Tag lang ausprobieren – unter alltäglichen Bedingungen und auf unterschiedlichen Straßen.

Dass unser kleiner Feldversuch in der bei Touristen sehr beliebten Region südlich der Mittelmeerstadt Valencia stattfinden soll, leuchtet uns unbedingt ein – daheim in Deutschland wird es am frühen Nachmittag schon dunkel, das Thermometer rutscht täglich weiter ab. Ein wenig spanische Sonne und Leidenschaft sind uns da hochwillkommen.
Georg, der Fotograf, hat für unseren Ausflug ein T-Shirt mit einem kleinen roten Herzen auf der Brust angezogen. „Corazón“, raunt er und grinst, als wir in den Polo einsteigen. Ich verstehe: Sein Herz schlägt im GTI-Takt.

Cortado am Morgen

Sonnig und um die 20 Grad, so lautete der Wetterbericht für Valencia in den Tagen vor unserer Ankunft. Am Morgen nun: Regen. Die Altstadt im berühmten Viertel El Carmen ist schön, nass und menschenleer. In der Bäckerei, in der wir einen starken Cortado zum Frühstück nehmen, empfiehlt uns die Verkäuferin, einen Besuch im Keramikmuseum. Keramik. Fängt ja gut an.

Der Polo GTI hat zwei Gesichter. Wir wollen das sportliche kennenlernen.

Spaß mit Pfützen

15 Kilometer lang ist der breite Sandstrand in Cullera, einer Stadt rund 40 Kilometer südlich von Valencia. Schon seit Urzeiten siedeln hier Menschen, heutzutage aber vor allem in den warmen Monaten. Der Dezember ist ideal geeignet für Erinnerungsfotos vor leerer Kulisse – und für das dynamische Durchfahren tiefer Pfützen. Wer die junge Frau aus Bronze ist, erfahren wir leider nicht.

Frisch vom Schiff

Ein Rentnerpaar aus der Schweiz, tiefenentspannte Langzeiturlauber, viele Einheimische – das sind die Gäste, neben denen wir in der Cantina Lonja am Hafen von Xàbia (spanisch: Jávea) zu Mittag essen. Wir bestellen Tapas wie Calamares, Muscheln und Fisch-Scampi-Spieße, die so frisch schmecken, als seien sie gerade vom Fischerboot rübergetragen worden. Dazu ein alkoholfreies Bier: Cerveza sin alcohol!

Immer im Kreis

Ein Herz für Kreisel haben die Menschen in Spanien oder zumindest in der Region von Valencia. In nahezu jeder Verkehrssituation taucht ein Kreisverkehr auf, in der Zufahrt eines kleinen Yachthafens in der Nähe von Altea sind es nicht weniger als drei. Außerhalb der Saison eine gute Teststrecke für das beeindruckend stabile Kurvenfahrverhalten des Polo GTI.

Der neue Polo GTI in Zahlen.

Motorisierung:
Ottomotor: 141 kW (192 PS)
Getriebe:
6-Gang-Schaltgetriebe
Verbrauch in l/100km:
7,6 l (innerorts), 5,1 l (außerorts), 6,0 l (kombiniert) 
CO₂-Emission in g/km:
139, Effizienzklasse: D
Beschleunigung (von 0 auf 100):
6,7 Sek. 
Höchstgeschwindigkeit:
236 km/h
Abmessung:
Länge: 3.983 mm
Breite: 1.682 mm
Höhe: 1.450 mm
Kofferraum:
204–882 l
Auswahl der serienmäßigen Highlights:
4 Leichtmetallräder „Parabolica“ 7,5 J x 17, Kühlergrill in Wabenstruktur schwarz lackiert mit Leisten in Rot/Chrom und GTI-Schriftzug, Elektronische Differenzialsperre XDS, Multikollisionsbremse, Sportlederlenkrad (3 Speichen)

Little Manhattan

Benidorm hat mehr Hochhäuser pro Einwohner als New York, haben wir gelesen. So schlimm ist es dort gar nicht – begrüßt werden wir von einem tollen Sonnenuntergang. In der Fußgängerzone liegt das gefühlte Passantenalter aber bei 60 Jahren. Wir fahren lieber die 140 Kilometer zurück nach Valencia – und lassen den Tag mit einem Glas Rotwein ausklingen. Ganz unsportlich.